Wir wollten eine Reise tun nach MINDEN und hier die Story:

Um 12:00 am Samstag traf man sich am Proberaum. Alles einpacken in einen großen Volvo Kombi, die ja als recht stabil und zuverlässig gelten, ausgeborgt von Freunden. Also waren wir alle guter Dinge und freuten uns auf den ersten Gig mit Chris und aufs Wegfahren und überhaupt: Rock`n Roll!!!

Im Proberaum kriegten wir zuerst mal Vincents Schrank nicht auf, so dass wir Liz´Keyboard nicht einladen konnten. Aber wir mussten Vinnie ja eh abholen mit seinem ganzen Blech und Pedalkram. Also hin zu ihm, noch mehr Kram ins Auto und wieder in den Proberaum. Da wurde dann noch mal alles umsortiert und dann konnte es endlich losgehen. Schnell noch was zu futtern kaufen, an die Tanke und dann auf die Autobahn.

Wir fahren vor uns hin, das Auto läuft prima, wir spielen Wortspiele und lachen uns tot, super Stimmung und so weiter. Aber auf einmal: STAU! Und alles steht. Keine Abfahrt in Sicht, keine Möglichkeit zu entkommen... also üben wir uns in Geduld und machen noch mehr Blödsinn, Motor aus, aussteigen, rauchen, auf die Leitplanke klettern und versuchen was zu sehen, an den Nägeln kauen, in Minden anrufen, dass wir zu spät kommen, spekulieren, was wohl passiert ist, Einschlafen, warten, Langeweile und Motor wieder an und drei Meter weiter fahren und Motor wieder aus und Motor wieder an und drei Meter fahren...zum Glück scheint das Auto eine Top-Batterie zu haben. So geht das bis um 17:00 Uhr. Inzwischen sind wir mit den Dreimeterrucken in die Nähe eines Parkplatzes gekommen. Wir schleichen uns halblegal über die Standspur auf den Parkplatz, weil da gibt es Klos. Die Schlange vor den Frauenklos geht fast bis zum Saturn, ein Bandmitglied zieht dann doch das Gebüsch vor. Auf die andere warten wir dann, aber wir kommen eh nicht weiter. Im Radio wurde gesagt, brennender LKW und Vollsperrung, das kann dauern. Der Nachbar auf dem Parkplatz wartet seit 12:30 und wir fragen uns, warum wir da noch drin landen mussten, konnte man nicht das Stauende gleich abriegeln und die Leute umleiten...? Wir sind schließlich erst um 14:00 in den Stau reingefahren.

Verdammt! Irgendwann scheint sich dann die Blechlawine auf der Piste doch etwas mehr zu bewegen und wir reihen uns wieder ein. Und noch ein Meterchen und noch eins...in der Ferne sehen wir den riesigen Kran, der versucht, den Schrott von der Autobahn runter zu kriegen. Dann werden wir auf einen Versorgungsweg umgeleitet und kommen auf eine Landstrasse. Über die nächste Auffahrt können wir wieder auf die Bahn und endlich geht es weiter! Minden, wir kommen!

Nach ca. zwei Kilometern aber gibt es einen Ruck, die Öllampe geht an und der Motor ist aus. Glücklicherweise passiert dies genau vor der Raststätte Buckautal, so dass wir mit dem letzten Quäntchen Rollenergie grad bis vor die Tankstelle kullern. Da stehn wir dann mal wieder. Wir schieben die Kiste an den Rand und machen die Motorhaube auf. Zündkerzenstecker abgezogen und an die Masse des Motorblocks gehalten, Starter betätigt und funkt super. An der Elektrik kann es also nicht liegen. Voll getankt ist auch und der unvermittelte Ausstieg des Motors lässt auf Böses schließen, Spritprobleme kündigen sich ja meistens doch erst durch Stottern und Spucken an, bevor dann endgültig Stille im Motorraum herrscht. Wir rufen bei den Besitzern des Autos an. Es gibt eine ADAC-Mitgliedschaft, nur leider ist diese, wie sich später herausstellt, personengebunden. Dumm gelaufen. Denn wir müssen die Rolle, die uns in die Werkstatt bringt, selber zahlen. Dies stellt sich doch leider erst heraus, als wir schon in der Werkstatt sind. Da der ADAC gleich eine Rolle geschickt hat und niemanden, der mal in den Motor schaut, wissen wir erst in der Werkstatt, dass der Motor tatsächlich gestorben ist. Dumm gelaufen und 120 Euronen weniger im Portemonnaie... Eigentlich hätten wir den Eimer auch auf dem Raststättenparkplatz stehen lassen können. Leider hatte sich auch die Kommunikation mit diversen Malen beim ADAC anrufen schwierig gestaltet, da wir auch noch in einem Funkloch standen. Teilweise waren gewisse Bandmitglieder kurz vor dem Schreikrampf.

Nun ja, wenigstens war es im Büro der Werkstatt warm, es gab einen Fernseher mit Big Brother und danach einen schlechten Amerikanischen Actionfilm mit richtigen Männern, die nur schreiend mit Dramatik und theatralisch-schmierenkomödiantischem Habitus kommunizieren können. Die Frauen sahen dafür alle so aus, als ob sie jedem Mann gleich einen Blowjob anbieten würden... Vinnie fand einen Motorradfahrercomic, der seinen Humor zu treffen schien, alles schick also.

Jetzt aber die Frage: wie kommen wir hier weg? Handys werden gezückt, Eltern und Geschwister angebettelt. Man hat Erbarmen mit uns armen gestrandeten Existenzen und zwei Autos machen sich auf den Weg nach Ziesar - sind wir nicht weit gekommen? - um uns und den ganzen Krempel wieder nach Berlin zu schaffen. Auch in Minden weiß man Bescheid und versucht noch ganz schnell, eine andere Band zu organisieren, was, wie wir später erfahren, dann auch geklappt hat. Unsere Retterinnen kommen und packen den Kram und die müden Menschen in ihre Autos und um ca. 24:00 Uhr sind wir dann wieder zum Ausladen am Proberaum. 12 Stunden auf den Beinen bzw. in den Autositzen...was für ein Tag! That*s Rock*n Roll oder wie kommen wir aus dieser Stadt raus? Und last but not least: Ein riesiges Dankeschön an die Retterin Steffanie und den Retter Liz`Daddy, die sich Samstagabend auf die Socken machen, um uns nicht im Stich zu lassen. DANKEDANKEDANKE!!!:-)

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